Die Wichtigkeit unmittelbarer Kontrazeption

Der ideale Zeitpunkt für die postpartale Kontrazeption, um einer späteren Gebärmutterruptur vorzubeugen oder zur besseren Familienplanung, ist unmittelbar nach der Geburt. Bereits 3 Wochen nach der Geburt kann eine nicht stillende Frau wieder fruchtbar sein, ohne eine Menstruationsblutung gehabt zu haben. Der ideale Zeitpunkt, um die späteren Verhütungsbedürfnisse der Patientin zu evaluieren und die individuellen Vorteile und Risiken zu besprechen, ist kurz vor der Geburt – denn zu diesem Zeitpunkt ist die Auffassungsgabe und die Bereitschaft eine geeignete Methode zu wählen am höchsten.

Dr. D. Wildemeerrsch, Entwickler

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Entwickler GYN-CS

Dr. med. Dirk Wildemeersch (1944-2018) hat GYN-CS entwickelt. Er war über 30 Jahre lang ein leidenschaftlicher Forscher und Entwickler innovativer intrauteriner Konzepte und fortschrittlicher Technologie zur Empfängnisverhütung.

GYN-CS Arzt werden

GYN-CS®: Die Postplazentare Kontrazeption

Verhütung nach Plazentageburt

Bereits vor über 30 Jahren erschien ein Artikel mit dem Titel: „Immediate Postplacental IUD Insertion (IPPI): the problem of expulsion„.[1] Die Autoren verfügten über umfangreiche Erfahrungen mit dem Einsetzen von IUPs (sowohl vaginal als auch während eines Kaiserschnitts), da sie zwischen 1974 und 1983 bereits über 2600 IUDs eingesetzt hatten. [1]

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die „IPPI-Insertion“, also die postplazentare Kontrazeption, die grundlegenden Anforderungen jeder Kontrazeptionsmethode erfüllt: leichte Insertion, Sicherheit und hohe Wirksamkeit. Aber vor allem ermöglicht sie Verhütungsentscheidungen zu einem Zeitpunkt, an dem das Bewusstsein der Patientin am höchsten ist. Eine IUP-Insertion unmittelbar nach der Geburt erhöht nicht das Risiko einer Infektion oder Gebärmutterperforation, hat keinen Einfluss auf die Uterusinvolution und / oder die Wiederaufnahme der Menstruationsaktivität und hat keinen negativen Einfluss auf die Laktation. Bisher gab es jedoch ein großes Problem mit postplanzentarer Verhütung: eine viel schlechtere Retention des IUPs. [2]

Hohe Expulsionsraten bei postplazentarer Verhütung

Niedrige Expulsionsraten mit GYN-CS®

Zahlreiche Studien der letzten Jahre, bestätigen das Problem der postplazentaren Kontrazeption: Expulsionsraten von bis zu 40% und mehr (ohne die Raten von Dislozierungen). [3] Eine vergleichende Studie der WHO musste vorzeitig beendet werden, weil „die vorgegebenen Abbruchindizes für Expulsionen bereits nach sechs Monaten überschritten wurden“; nach einem Jahr betrugen die Expulsionsraten 41, 44 und 35% für verschiedene IUDs. [4] Der klinische und gesellschaftliche Nutzen von postplazentarer Verhütung ist klar ersichtlich, die gängigen Methoden werden jedoch von vielen Experten als nicht akzeptabel für den allgemeinen Gebrauch angesehen. Hohe Expulsionsraten können ebenfalls die Wirtschaftlichkeit der Methode beeinflussen. [5]

Die innovative GYN-CS® wurde als Lösung für die hohen Dislokations- und Expulsionsraten und entwickelt, die mit herkömmlichen IPPI verbunden sind. Der GYN-CS-Inserter® wurde speziell für die postplazentare Anwendung nach einer Kaiserschnittgeburt entwickelt und zertifiziert. GYN-CS® berücksichtigt das Timing, die Uteruskompatibilität und verschiedene andere klinische Komplexitäten. Ein Hauptvorteil dieser Technik ist die vollständige Visualisierung und der sofortige Zugang des Arztes zur Gebärmutter während des Kaiserschnitts. Die Methode besteht aus der präzisen Platzierung und Fixierung eines winzigen Verankerungsknotens im Fundus der Gebärmutter unmittelbar nach der Geburt.

GYN-CS® wurde in Belgien entwickelt und produziert. GYN-CS® wurde zum Verkauf in der EU zugelassen (CE-Zertifizierung).

Studien zur posplazentaren Kontrazeption mit GYN-CS®

 

  • Ongoing clinical trial in the UZ Ghent University (Belgium): Roelens, K. 2020. “Study to evaluate the learning curve to anchor a frameless copper-releasing device (GYN-CS®) during Caesarean section with a follow-up of 3 years study”.

  • Kutlucan, H., Karabacak, R. and D. Wildemeersch. “Considerations on a new, frameless copper-releasing intrauterine system for intracesarean insertion and its future clinical significance: A review”. Turkish German Gynecological Association. Jun; 21(2): 130-133. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7294833/.

  • Azzam, M., Wildemeersch, D., Mustafa, H. and E. El-Kady. 2019. “Intra Caesarean Fixation of Frameless Copper IUD (GyneFix- CS 300)”. Nature and Science 2019;17(4). http://www.sciencepub.net/nature/nsj170419/13_34580nsj170419_139_147.pdf

  • Eser A, Unal, Albayrak B, Wildemeersch D. Clinical experience with a novel anchored, frameless copper-releasing contraceptive device for intracaesarean insertion to prevent displacement and expulsion – A 3-month study. Eur J Contracept Reprod Health care. 2018 Aug;23(4):255-259

  • Unal C, Eser A, Tozkir E, Wildemeersch D. Comparison of expulsions following intracesarean placement of an innovative frameless copper-releasing IUD (Gyn-CS®) versus the TCu380A: A randomized trial. Contraception. 2018;98:135-140

  • Wildemeersch D. Intracesarean Insertion and Fixation of Frameless IUD for Immediate Postpartum Contraception. Clin Surg. 2017; 2:1536.

  • Wildemeersch, D. 2017. “Einsetzen und Fixieren eines rahmenlosen IUD/IUS während eines Kaiserschnitts”. Seminar in Gynâkologischer Endokrinologie – Band 6.

  • Karateke, A., Turgut, A., Özdamar, O. and D. Wildemeersch. “Intra-cesarean insertion and fixation of frameless intrauterine devices”. DOI: 10.4274/tjod.90532. Turk J Obstet Gynecol 2017;14:64-6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5558320/.

  • Wildemeersch, D., Goldstuck, N. and T. Hasskamp. 2016. “Current status of frameless anchored IUD for immediate intracesarean insertion”. Dev Period Med. 20:7–15. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27416620/.

  • Wildemeersch, D. and N. Goldstuck. 2016. “The challenge to solve the expulsion problem of immediate postplacental insertion of IUD”. Contraception 94 (2016) 93–94. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0010782416001049?via%3Dihub

  • Wildemeersch, D. Goldstuck, N. and D. Jannssens. “Immediate Post Placental Insertion of IUD-The Challenge to Solve the Expulsion Problem”. Obstet Gynecol Int J. 2015;2(5):153-154. DOI: 10.15406/ogij.2015.02.00052. https://medcraveonline.com/OGIJ/immediate-post-placental-insertion-of-iud-the-challenge-to-solve-the-expulsion-problem.html.

Wenn Sie an einem Insertionstraining für GYN-CS® interessiert sind oder Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte.

[1] Thiery M, Van Kets H, Van Der Pas H. Immediate postplacental IUD insertion: The expulsion problem. Contraception 1985;31:332-34
[2]Cole, L.P., Edelman, D.A., Potts, D.M., Wheeler, R.G., Laufe, L.E. Postpartum insertion of modified intrauterine devices. J Reprod Med 1984; 29: 677-682. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6387112/.
[3]Chen BA, Reeves MF, Hayes JL, Hohmann HL, Perriera LK, Creinin MD. Postplacental or delayed insertion of the levonorgestrel intrauterine device after vaginal delivery: a randomized controlled trial. Obstet Gynecol.2010;116:1079-1087. https://journals.lww.com/greenjournal/Fulltext/2010/11000/Postplacental_or_Delayed_Insertion_of_the.13.aspx.
[4] World Health Organization Task Force on Intrauterine Devices for Fertility Regulation. Comparative multicenter trial of three IUDs inserted immediately following delivery of the placenta. Contraception 1980;22:9-18 doi: 10.1016/0010-7824(80)90112-2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7418410/.
[5]Çelen S, Sucak A, Yildiz Y, Danisman N. Immediate postplacental insertion of an intrauterine contraceptive device during caesarean section. Contraception 2011;84:240-3. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0010782411000072.

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