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Für Fachpersonal2019-05-13T06:45:47+01:00

Die Wichtigkeit unmittelbarer Kontrazeption

Der ideale Zeitpunkt für die postpartale Kontrazeption, um einer späteren Gebärmutterruptur vorzubeugen oder zur besseren Familienplanung, ist unmittelbar nach der Geburt. Bereits 3 Wochen nach der Geburt kann eine nicht stillende Frau wieder fruchtbar sein, ohne bereits eine Menstruationsblutung gehabt zu haben. Der ideale Zeitpunkt, um die späteren Verhütungsbedürfnisse der Patientin zu evaluieren und die individuellen Vorteile und Risiken zu besprechen, ist kurz vor der Geburt – denn gerade dann ist die Auffassungsgabe und die Bereitschaft eine geeignete Methode zu wählen am höchsten.

Dr. D. Wildemeerrsch, Entwickler

Gyn-CS: Die Postplazentare Kontrazeption

Verhütung nach Plazentageburt

Bereits vor über 30 Jahren erschien ein Artikel mit dem Titel: „Immediate Postplacental IUD Insertion (IPPI): the problem of expulsion„.[1] Die Autoren verfügten über umfangreiche Erfahrungen mit dem Einsetzen von IUPs (sowohl vaginal als auch während eines Kaiserschnitts), da sie zwischen 1974 und 1983 bereits über 2600 IUDs eingesetzt hatten.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die „IPPI-Insertion“, also die postplazentare Kontrazeption, die grundlegenden Anforderungen jeder Kontrazeptionsmethode erfüllt: leichte Insertion, Sicherheit und hohe Wirksamkeit. Aber vor allem ermöglicht sie Verhütungsentscheidungen zu einem Zeitpunkt, an dem das Bewusstsein der Patientin am höchsten ist. Eine IUP-Insertion unmittelbar nach der Geburt erhöht nicht das Risiko einer Infektion oder Gebärmutterperforation, hat keinen Einfluss auf die Uterusinvolution und / oder die Wiederaufnahme der Menstruationsaktivität und hat keinen negativen Einfluss auf die Laktation. Bisher gab es jedoch ein großes Problem mit postplanzentarer Verhütung: eine viel schlechtere Retention des IUPs.[2]

Hohe Expulsionsraten bei postplazentarer Verhütung

Zahlreiche Studien der letzten Jahre, bestätigen das Problem der postplazentaren Kontrazeption: Expulsionsraten von bis zu 40% und mehr (ohne die Raten von Dislozierungen).[3] Eine vergleichende Studie der WHO musste vorzeitig beendet werden, weil „die vorgegebenen Abbruchindizes für Expulsionen bereits nach sechs Monaten überschritten wurden“; nach einem Jahr betrugen die Expulsionsraten 41, 44 und 35% für verschiedene IUDs.[4] Der klinische und gesellschaftliche Nutzen von postplazentarer Verhütung ist klar ersichtlich, die gängigen Methoden werden jedoch von vielen Experten als nicht akzeptabel für den allgemeinen Gebrauch angesehen. Hohe Expulsionsraten können ebenfalls die Wirtschaftlichkeit der Methode beeinflussen.[5]

Niedrige Expulsionsraten mit Gyn-CS

Ein neuer chirurgisch fokussierter Ansatz wurde entwickelt: Gyn-CS. Sie berücksichtigt Timing, Uteruskompatibilität und andere klinische Komplexitäten und eliminiert bisherige Probleme von Expulsionen, durch die Verankerung eines rahmenlosen Kupfer-IUPs in der fundalen Uterusfläche. Dies ist mit Hilfe eines Inserters, der speziell für die postplazentale Verwendung nach einer Schnittgeburt entwickelt wurde, möglich. Ein großer Vorteil dieser Technik ist die vollständige Visualisierung und der unmittelbare Zugang des Arztes zum Uterus während der Kaiserschnittentbindung und Plazentaentfernung. Die Methode besteht aus der präzisen Platzierung und Fixierung eines winzigen Verankerungsknotens im Fundus des Uterus unmittelbar nach der Geburt des Babys. Der gesamte Eingriff kann in weniger als 4 Minuten ohne Beschwerden für die Patientin und mit minimalem Risiko durchgeführt werden.

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Expulsionsraten von herkömmlichen IUPs nach Geburt (ohne Berücksichtigung von Fehlpositionierung und Dislokation)
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spontane Expulsionsrate von Gyn-CS aufgrund der dualen Verankerungstechnik

Studien zur posplazentaren Kontrazeption mit Gyn-CS

 

Gyn-CS wurde in Belgien entwickelt und produziert. Seit dem gab es mehrere „Proof of Concept“ Studien und auch 3 Langzeitstudien. An der ersten Studie nahmen 140 Frauen teil, 70 von ihnen bekamen die Gyn-CS als Verhütung nach Geburt eingesetzt und 70 eine herkömmliche Kupferspirale (TCu380A). In der Gruppe mit Gyn-CS gab es nur eine Expulsion (1,4%) welche auf eine falsche Verankerung zurückgeführt werden konnte, in der anderen Gruppe wurden 8 Expulsionen (11,4%) verzeichnet. In der zweiten Studie bekamen 100 Frauen die Gyn-CS eingelegt, es wurde nur eine Expulsion verzeichnet. In der dritten Studie wurde überprüft wie gut das Verankerungssystem funktioniert, indem die Entfernung des Ankermarkers von der Oberfläche des Uterus gemessen wurde. Es gab keine signifikanten Unterschiede der Distanz nach 3 Monaten und auch nicht nach 20 Monaten. Es konnten keine Perforationen oder andere Komplikationen verzeichnet werden. Zur kontrazeptiven Wirkung müssen keine Studien mehr stattfinden, da die verhütende Wirkung von Kupfer ausreichend belegt ist.[1],[2],[3]

  • 1. Eser A, Unal, Albayrak B, Wildemeersch D. Clinical experience with a novel anchored, frameless copper-releasing contraceptive device for intracaesarean insertion to prevent displacement and expulsion – A 3-month study. Eur J Contracept Reprod Health care. 2018 Aug;23(4):255-259

  • 2. Unal C, Eser A, Tozkir E, Wildemeersch D. Comparison of expulsions following intracesarean placement of an innovative frameless copper-releasing IUD (Gyn-CS®) versus the TCu380A: A randomized trial. Contraception. 2018;98:135-140

  • 3. Wildemeersch D. Intracesarean Insertion and Fixation of Frameless IUD for Immediate Postpartum Contraception. Clin Surg. 2017; 2:1536.

[1] Thiery M, Van Kets H, Van Der Pas H. Immediate postplacental IUD insertion: The expulsion problem. Contraception 1985;31:332-34
[2]Cole, L.P., Edelman, D.A., Potts, D.M., Wheeler, R.G., Laufe, L.E. Postpartum insertion of modified intrauterine devices. J Reprod Med 1984; 29: 677-682.
[3]Chen BA, Reeves MF, Hayes JL, Hohmann HL, Perriera LK, Creinin MD. Postplacental or delayed insertion of the levonorgestrel intrauterine device after vaginal delivery: a randomized controlled trial. Obstet Gynecol.2010;116:1079-1087.
[4] World Health Organization Task Force on Intrauterine Devices for Fertility Regulation. Comparative multicenter trial of three IUDs inserted immediately following delivery of the placenta. Contraception 1980;22:9-18
[5]Çelen S, Sucak A, Yildiz Y, Danisman N. Immediate postplacental insertion of an intrauterine contraceptive device during caesarean section. Contraception 2011;84:240-3.

Gyn-Cs is approved for use and sale throughout the EU!

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